
Bewertung: ★★★☆☆
Michio Kaku gelingt in diesem Buch ein schwieriges Unterfangen: Er macht der breiten Öffentlichkeit Konzepte zugänglich, die oft nur theoretischen Physikern vorbehalten scheinen. Mit einem unterhaltsamen Stil, reich an Bezügen zur Popkultur (Film, Comics und Science-Fiction), führt uns der Autor auf eine faszinierende Reise und untersucht, ob das, was wir „unmöglich“ nennen, tatsächlich eine unüberwindbare Grenze der Wissenschaft ist oder lediglich eine zeitweilige Schranke.
Eine der großen Stärken des Werks ist seine Einteilung der „Unmöglichkeiten“ in drei Stufen, was hilft, den Abstand zwischen Ideen, die heute wie Magie wirken (wie Unsichtbarkeit oder Teleportation), und solchen, die zu realisierbaren Zukunftstechnologien werden könnten, besser zu verstehen. Seine Fähigkeit, Vorstellungskraft mit wissenschaftlicher Forschung zu verbinden, macht die Lektüre sowohl anregend als auch optimistisch.
Allerdings leidet das Buch unter einer gewissen Wiederholung und opfert stellenweise die Tiefe zugunsten einer leichteren Popularisierung. Leser, die eine strengere technische Analyse suchen, könnten detailliertere mathematische oder experimentelle Ausführungen vermissen. Kaku neigt dazu, zu vereinfachen und manchmal zu viel Raum für Spekulation zu lassen.
Insgesamt ist es ein empfehlenswertes Buch für alle, die einen Blick in die Zukunft der Wissenschaft werfen möchten, ohne fortgeschrittene Vorkenntnisse zu benötigen. Es ist kein akademisches Werk, sondern vielmehr eine Einladung, mit den Füßen in der heutigen Physik zu träumen.
Kritik zum Cover
Das Cover verwendet ein Bild von Istockphoto, das perfekt zum Geist des Buches passt: eine unsichtbare menschliche Figur, von der nur die Kleidung in Bewegung sichtbar bleibt. Das Gefühl von Abwesenheit und gleichzeitig von Dynamik vermittelt auf einen Blick die zentrale Idee des Werks: die Grenzen des für möglich Gehaltenen zu erforschen. Die neutralen Farben heben den Titel in leuchtenden Tönen hervor und verleihen ihm eine moderne und wissenschaftliche visuelle Anziehungskraft. Ein gelungenes, stimmungsvolles Cover, das dem Inhalt des Buches treu bleibt.
*Kaku, Michio. Física de lo imposible. ¿Podremos ser invisibles, viajar en el tiempo y teletransportarnos? Debolsillo. Penguin Random House Grupo Editorial SAU. Barcelona, 2023. 383 pp. (TO: Physics of the Impossible. Traducción: Javier García Sanz). Portada: Istockphoto.com. ISBN: 978-84-9908-506-7
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