Der Ölfleckeffekt, von Jordi Escoin. Infestation, von Eduard Martí
Bewertung: ★★★★★
„Der Ölfleckeffekt“ von Jordi Escoin ist ein intelligentes erzählerisches Konstrukt: Das Dreieck zwischen Marc, Núria und Irene entfaltet sich in einer Zeitreisehandlung, die sich Stück für Stück aufbaut – wie ein Puzzle, das der Leser zusammensetzen muss. Das ist nicht einfach; anfangs können einem Details entgehen, doch zugleich ist es geistig anregend und unterhaltsam. Die Prosa ist schlicht, aber klar – was beim Schreiben oft das Schwierigste ist.
Infestació von Eduard Martí hingegen tritt mit der Stimme eines fünfzehnjährigen Mädchens auf, frisch und zugleich beunruhigend, und formt eine bizarre und originelle Geschichte, die Konventionen herausfordert. Sie ist unterhaltsam und fesselnd.
Der Kontrast zwischen den beiden Erzählungen (beide in Andorra angesiedelt, die eine ernst und komplex, die andere locker) bereichert den Band und macht ihn zu einem gewagten, aber innovativen Vorschlag.
Das Cover, gestaltet von Elsa Velasco, verbindet die Inhalte beider Geschichten mit einem „bagaleu“, dem Preis, dank dessen beide Werke veröffentlicht wurden (Gewinner und Finalist).